weitere Messwerte

38er EtCO₂ bedeutet: Das endtidale Kohlendioxid (EtCO₂) beträgt 38 mmHg.

EtCO₂ = End-tidal CO₂

  • end-tidal = am Ende der Ausatmung
  • CO₂ = Kohlendioxid
  • gemessen wird also der CO₂-Gehalt bzw. -Partialdruck der letzten ausgeatmeten Luft, also möglichst nahe am Alveolargas.

Was sagt die 38 aus?

Ein EtCO₂ von 38 mmHg liegt normalerweise im Normbereich, grob etwa 35–45 mmHg.

Das ist interessant, weil man damit indirekt etwas über mehrere Dinge erfährt:

Stoffwechsel → CO₂-Produktion → Bluttransport → Lunge → Ausatmung

Das CO₂ entsteht im Gewebe, wird mit dem Blut zur Lunge transportiert und dort abgeatmet.

Deshalb kann man sich vereinfacht merken:

EtCO₂ zeigt, wie viel CO₂ am Ende der Ausatmung aus der Lunge herauskommt.

Und jetzt wird es für Notfallmedizin spannend

Ein 38er EtCO₂ kann beispielsweise bei einem beatmeten oder intubierten Patienten ein Hinweis darauf sein, dass gerade eine ausreichende Ventilation stattfindet.

Aber: EtCO₂ ist nicht einfach dasselbe wie der arterielle PaCO₂.

Typischerweise gilt ungefähr:

PaCO₂ ≈ 40 mmHg EtCO₂ ≈ 35–45 mmHg

Bei gesunden Lungen liegt EtCO₂ meist etwas unter dem arteriellen PaCO₂, weil sich das ausgeatmete Gas aus Alveolen mit unterschiedlicher Durchblutung zusammensetzt.

Ein schönes Beispiel

Wenn jemand hypoventiliert – also zu wenig CO₂ abatmet:

CO₂ bleibt im Blut → PaCO₂ steigt → EtCO₂ steigt

z. B.:

EtCO₂ 55 mmHg → Hyperkapnie möglich

Umgekehrt kann bei Hyperventilation viel CO₂ abgeatmet werden:

EtCO₂ 25 mmHg → eher niedriger CO₂-Wert

Und ein ganz wichtiger Punkt:

Plötzliches Absinken des EtCO₂ kann nicht nur bedeuten, dass weniger CO₂ produziert wird. Bei einem kritisch kranken Patienten kann es auch bedeuten, dass weniger Blut die Lunge erreicht – beispielsweise bei stark vermindertem Herzzeitvolumen oder Kreislaufstillstand.

Deshalb ist EtCO₂ im Rettungsdienst/OP/Intensivbereich so interessant: Es ist gleichzeitig ein Ventilations- und indirekter Kreislaufparameter.