Stammzellen

Stammzellen sind nicht einfach „eine Sorte Zelle“, sondern unterscheiden sich vor allem danach, wie viele verschiedene Zelltypen aus ihnen entstehen können.

Die wichtigsten Stammzelltypen

Stammzelltyp Entwicklungspotenzial Beispiele für spätere Zelltypen
Totipotent 🟢 Alles gesamter Organismus + extraembryonales Gewebe (z. B. Plazenta)
Pluripotent 🟢 Fast alle Körperzellen Nervenzellen, Muskelzellen, Leberzellen, Blutzellen usw.
Multipotent 🟡 Mehrere verwandte Zelltypen z. B. Blutstammzellen → rote Blutkörperchen, Immunzellen, Blutplättchen
Oligopotent 🟠 Wenige verwandte Zelltypen z. B. bestimmte Vorläufer im Immunsystem
Unipotent 🔴 Im Wesentlichen ein Zelltyp z. B. bestimmte Stammzellen der Haut → Hautzellen

🧬 Und wo kommen sie im Körper vor?

Embryonale Stammzellen → entstehen sehr früh in der Embryonalentwicklung und sind pluripotent. Aus ihnen können praktisch alle Zelltypen des Körpers entstehen:

Pluripotente Stammzelle →

  • 🧠 Nervenzellen / Gliazellen
  • ❤️ Herzmuskelzellen
  • 💪 Muskelzellen
  • 🦴 Knochen- und Knorpelzellen
  • 🫁 Lungenzellen
  • 🧫 Leberzellen
  • 🩸 Blutzellen
  • 🧴 Hautzellen
  • usw.

Adulte Stammzellen → bleiben auch nach der Geburt in verschiedenen Geweben erhalten und dienen vor allem der Erneuerung und Reparatur.

Beispiele:

Blutstammzelle (Knochenmark) → → Erythrozyten → Thrombozyten → verschiedene Leukozyten

Hautstammzelle → → Keratinozyten und andere Hautzellen

Darmstammzelle → → verschiedene Darmepithelzellen

Muskelstammzelle (Satellitenzelle) → → Muskelzellen

Mesenchymale Stamm-/Vorläuferzellen → → u. a. Knochen-, Knorpel- und Fettzellen

Der entscheidende Gedanke

Man kann sich die Entwicklung wie einen Baum vorstellen:

TotipotentPluripotent 🌳 ↓ MultipotentVorläuferzellespezialisierte Körperzelle

Je weiter eine Zelle diesen Weg hinuntergeht, desto weniger Entwicklungsmöglichkeiten hat sie.

Und genau hier wird es spannend: Eine Stammzelle ist nicht einfach dadurch definiert, dass sie „alles werden kann“. Entscheidend sind zwei Eigenschaften:

  1. Selbsterneuerung – sie kann sich selbst als Stammzellpopulation erhalten.
  2. Differenzierung – sie kann sich in spezialisierte Zelltypen entwickeln.

Das erklärt auch, warum Stammzellen für Gewebereparatur, Krebsforschung und regenerative Medizin so interessant sind.