Opiate & Opioide

Opiate & Opioide

Wichtige Opioide im Überblick

opioide Bei „Opiate“ und „Opioide“ lohnt sich zunächst eine kleine begriffliche Trennung:

  • Opiate = ursprünglich/natürlich aus dem Opiumschlafmohn stammende Alkaloide, vor allem Morphin und Codein.
  • Opioide = Oberbegriff für alle Substanzen, die an Opioidrezeptoren wirken – also natürliche, halbsynthetische und synthetische Stoffe.
Wirkstoff Herkunft grobe Wirkstärke* Klinische Hauptanwendung
Morphin natürlich starke Schmerzen, Palliativmedizin
Codein natürlich ~0,1× Morphin leichte–mittelstarke Schmerzen, Husten
Heroin halbsynthetisch stärker/schneller als Morphin medizinisch in Deutschland keine reguläre Anwendung; Diamorphin in speziellen Substitutionsprogrammen
Oxycodon halbsynthetisch ~1,5–2× starke Schmerzen
Hydromorphon halbsynthetisch ~5× starke Schmerzen, besonders bei sehr starken Schmerzen
Buprenorphin halbsynthetisch sehr potent, aber pharmakologisch speziell Schmerztherapie, Opioid-Substitution
Fentanyl synthetisch ~50–100× Anästhesie, starke Schmerzen, Intensiv-/Palliativmedizin
Sufentanil synthetisch ~500–1000× Anästhesie, Intensivmedizin
Remifentanil synthetisch sehr potent Narkose/Anästhesie, besonders wenn sehr gut steuerbare Wirkung gewünscht ist
Methadon synthetisch etwa ähnlich bis stärker als Morphin, je nach Situation Opioid-Substitution, teilweise Schmerztherapie
Pethidin synthetisch schwächer als Morphin heute deutlich weniger verwendet; spezielle Situationen
Tramadol synthetisch deutlich schwächer mittelstarke Schmerzen
Tilidin synthetisch/halbsynthetisch schwächer mittelstarke bis starke Schmerzen

*Die Zahlen sind nur grobe Orientierungswerte. Opioidpotenz lässt sich nicht sinnvoll wie eine einfache lineare Rangliste behandeln. Dosis, Applikationsweg, Patient, Rezeptorwirkung und Opioidtoleranz verändern die tatsächliche Wirkung erheblich.

Besonders interessant für die Klinik

Man kann die Stoffe grob nach ihrem praktischen Einsatz sortieren:

Morphin → klassisches starkes Analgetikum

Oxycodon/Hydromorphon → starke Schmerztherapie

Fentanyl → OP, Intensivmedizin, starke Schmerzen

Sufentanil/Remifentanil → überwiegend Anästhesie/Intensivmedizin

Methadon/Buprenorphin → vor allem Opioidabhängigkeit/Substitution, teilweise Schmerztherapie

Tramadol/Tilidin → eher niedrigere Analgesiestufen

Die Einteilung ist allerdings nicht identisch mit dem WHO-Stufenschema, da dort die klinische Schmerztherapie und nicht einfach die pharmakologische Potenz im Vordergrund steht.

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