Milz - splen

Die Milz ist ein bisschen der „unscheinbare Türsteher“ des Körpers — lange unterschätzt, aber wichtig für Immunabwehr, Blutabbau und Blutspeicherung. Viele Menschen merken erst etwas von ihr, wenn sie vergrößert ist oder weh tut.

Typische Erkrankungen der Milz

1. Splenomegalie (Milzvergrößerung)

Das ist eigentlich keine eigene Krankheit, sondern ein Zeichen für etwas anderes.

Häufige Ursachen

  • Infektionen z. B. Pfeiffersches Drüsenfieber, Malaria
  • Lebererkrankungen mit Pfortaderstauung z. B. Leberzirrhose
  • Blutkrankheiten z. B. Leukämien oder Lymphome
  • Entzündliche Erkrankungen

Symptome

  • Druckgefühl links oben im Bauch
  • schnelle Sättigung (die Milz drückt auf den Magen)
  • Müdigkeit

2. Milzruptur

Die klassische Notfall-Milz.

Ursachen

  • stumpfes Trauma z. B. Fahrradlenker, Verkehrsunfall, Rippenbruch
  • manchmal spontane Ruptur bei stark vergrößerter Milz

Gefährlich weil Die Milz extrem gut durchblutet ist → massive innere Blutungen möglich.

Typisch

  • Schmerzen linker Oberbauch
  • Ausstrahlung in die linke Schulter (Kehr-Zeichen)
  • Schockzeichen

3. Hypersplenismus

Die Milz wird „zu fleißig“ und baut Blutzellen übermäßig ab.

Folgen

  • Anämie
  • Leukopenie
  • Thrombozytopenie

Man könnte sagen: Die Milz wird zum übereifrigen Hausmeister und wirft gute Gäste mit raus.


4. Milzinfarkt

Ein Gefäßverschluss in der Milz.

Ursachen

  • Embolien bei Vorhofflimmern
  • Gerinnungsstörungen
  • Endokarditis

Symptome

  • plötzlich starke Schmerzen links oben
  • Fieber möglich

5. Asplenie / Zustand nach Splenektomie

Menschen ohne Milz haben ein erhöhtes Risiko für schwere bakterielle Infektionen.

Besonders problematisch:

  • Pneumokokken
  • Meningokokken
  • Haemophilus influenzae

Darum:

  • Impfungen extrem wichtig
  • bei Fieber oft früh Antibiotika

6. Hämatologische Erkrankungen

Die Milz spielt bei vielen Blutkrankheiten mit:

  • Leukämie
  • Lymphom
  • hämolytische Anämien

Teilweise wird sie dabei riesig — historisch beschrieben als „Wandermilz bis ins Becken“.


Und Albrecht Dürer?

Albrecht Dürer ist medizinisch tatsächlich ein kleines Rätsel.

Es gibt keine sichere Diagnose, aber mehrere Theorien.

Berühmt ist seine eigene Zeichnung, auf der er auf die linke Oberbauchregion zeigt — ziemlich genau dort, wo die Milz liegt. Dazu schrieb er sinngemäß, dass dort ein gelber Fleck sei und er Schmerzen habe.

Häufig diskutierte Diagnosen

1. Malaria (eine der bekanntesten Theorien)

Dürer reiste 1520/21 in die Niederlande. Dort gab es damals tatsächlich Sumpfgebiete mit Malaria.

Dafür spricht

  • schubweises Krankheitsgefühl
  • langwieriger Verlauf
  • mögliche Milzvergrößerung
  • Fieberschübe beschrieben

Viele Historiker favorisieren heute diese Theorie.


2. Chronische Milzerkrankung

Wegen seiner Selbstzeichnung wird spekuliert:

  • Milzabszess
  • Splenomegalie
  • chronische Entzündung

Aber: völlig ungesichert.


3. Leber- oder Stoffwechselkrankheit

Einige vermuten:

  • Hepatitis
  • chronische Infektion
  • Autoimmunerkrankung

4. Tuberkulose

Wurde ebenfalls diskutiert, weil sie damals extrem häufig war und chronisch verlaufen konnte.


Das Problem bei historischen Diagnosen

Man arbeitet mit:

  • Briefen
  • Tagebüchern
  • Gemälden
  • Beschreibungen von Zeitzeugen

Keine Labore, kein CT, kein Blutbild — praktisch „Innere Medizin per Kunstgeschichte“.

Deshalb bleibt es Spekulation mit unterschiedlich guter Plausibilität.

Wenn du magst, kann ich dir auch:

  • Dürers berühmte Krankheitszeichnung zeigen und erklären,
  • erzählen, wie Ärzte historische Krankheiten rekonstruieren,
  • oder eine Übersicht machen: „Welche Krankheiten verursachen typische Milzschmerzen links oben?“

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