Künstliche Ernährung

Arten der künstlichen Ernährung

Bei der künstlichen Ernährung wird zumeist ein Teil der natürlichen Wegstrecke der Nahrung durch den Organismus von der Aufnahme mit dem Mund bis zur Aufnahme der Nährstoffe in das Blut ersetzt. Je nachdem welche Wegstrecke ersetzt wird, wird zwischen enteraler und parenteraler Ernährung unterschieden. Bei der enteralen Ernährung (Sondenernährung) wird der obere Teil des Verdauungstraktes (Mund, Speiseröhre, ggf. auch Magen) umgangen oder – bei Trinknahrung – nur zum Schlucken genutzt. Bei der parenteralen Ernährung werden alle notwendigen Nährstoffe mittels Infusionen in das Blutgefäßsystem geleitet, so dass der gesamte Verdauungstrakt umgangen wird.

Ernährung über Sonden (enterale Ernährung)

Bei der enteralen Ernährung wird die Nahrung bzw. Flüssigkeit meistens mit Hilfe eines speziellen Kunststoffschlauches (Sonde) direkt in den Magen oder Dünndarm (griechisch enteron = Darm) geleitet.
Dazu werden je nach Einsatzgebiet die Magensonde, die PEG- oder PEJ-Sonde, Jejunalsonde beziehungsweise JET-PEG verwendet:

Nasensonde

Eine Nasensonde ist ein Schlauch, der durch die Nase, Rachen und Speiseröhre in den Magen führt.
Das nennt sich dann Nasogastralsonde oder nasale Magensonde.
Führt der Schlauch weiter bis ins Jejunum, einen Teil des Dünndarms, nennt es sich Nasojejunalsonde oder nasale Jejunalsonde.
Diese nasale Sonden sind meist nur für einen kurzfristigen Einsatz konzipiert;
ist eine längerfristige ernährungstherapeutische Intervention geplant (länger als vier Wochen), ist die Anlage einer perkutanen Sonde angezeigt.

perkutanen endoskopischen Gastrostomie (PEG)

Hier wird die Sonde operativ unter Einsatz eines Endoskops direkt durch die Bauchdecke in den Magen gelegt.
Bei der perkutanen endoskopischen Jejunalsonde (PEJ) wird die Sonde operativ unter Einsatz eines Endoskops direkt durch die Bauchdecke ins Jejunum gelegt.
Eine JET-PEG-Sonde ist eine PEG mit einem jejunalen Schenkel.

Parenterale Ernährung (PE)

versorgt einen Patienten mit Flüssigkeit und einzelnen Nährstoffen über das Blutgefäßsystem durch Infusionen. Bei dieser Form der künstlichen Ernährung wird der Verdauungstrakt komplett umgangen (griechisch παρά, para = neben; ἔντερον, enteron = Inneres, Gedärm). Bei der Totalen Parenteralen Ernährung (TPE) werden sämtliche Nährstoffe intravenös verabreicht, dagegen ergänzt eine supplementierende parenterale Ernährung (SPE) eine unzureichende orale oder enterale Ernährung.

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