Defäkation

🧠 Defäkationsvorgang

  1. Dehnungsrezeptoren in der Rektumwand (v. a. in der Muskulatur, nicht nur Submukosa) werden aktiviert, wenn Stuhl ins Rektum gelangt.
    Die Tela submucosa besteht aus lockerem Bindegewebe, vielen Blutgefäßen und einem vegetativen Nervengeflecht (Plexus submucosus).
  2. Die Erregung wird über afferente Nervenfasern an das Rückenmark und das Gehirn weitergeleitet.
  3. Im Rückenmark wird ein spinaler Defäkationsreflex ausgelöst.
  4. Über efferente Fasern kommt es zur:
    • Verstärkung der Peristaltik im Kolon/Rektum
    • Erschlaffung des inneren Schließmuskels (glatte Muskulatur, unwillkürlich)
      Der Mastdarm wird durch zwei Schließmuskeln verschlossen. Der Musculus sphincter ani internus (innerer Analschließmuskel) ist eine Verstärkung der glatten Muskulatur der Ringmuskelschicht der Darmwand und ist nicht willkürlich beeinflussbar, sondern wird über das vegetative Nervensystem reguliert. Der Musculus sphincter ani externus (äußerer Analschließmuskel) besteht dagegen aus Skelettmuskulatur und wird über den Nervus pudendus innerviert. Er unterliegt auch der willkürlichen Kontrolle durch die Großhirnrinde.
  5. Der Stuhl gelangt in den Analkanal und übt Druck auf den äußeren Schließmuskel aus.
  6. Der äußere Schließmuskel (quergestreifte Muskulatur) ist willkürlich steuerbar.
  7. Wenn Defäkation gewünscht ist:
    • Erschlaffung des äußeren Schließmuskels
    • Öffnung des Analkanals
  8. Bauchpresse (Valsalva-Manöver) und Entspannung des Beckenbodens unterstützen die Stuhlentleerung.

🧠 Kurzüberblick

  • Kolon = der große „Wasser-Recycler“
  • Rektum = der „Zwischenspeicher“
  • Analkanal = das „Ventil mit Türsteher“

🧾 Kolon (Dickdarm)

Das Kolon ist der längste Abschnitt des Dickdarms und beginnt nach dem Dünndarm. Hier wird dem Nahrungsbrei vor allem Wasser entzogen, sodass aus flüssigem Darminhalt fester Stuhl wird. Gleichzeitig passiert hier bakterielle Aktivität (Darmflora → Vitaminbildung, z. B. Vitamin K). Das Kolon bewegt den Stuhl langsam Richtung Enddarm.

Funktion

  • Wasser- und Elektrolytresorption
  • Eindickung des Stuhls
  • Transport Richtung Rektum

🧾 Rektum (Enddarm)

Das Rektum ist das letzte „Sammelbecken“ vor dem Ausgang. Es dient vor allem der Speicherung des Stuhls. Sobald sich das Rektum füllt, werden Dehnungsrezeptoren aktiviert → Signal ans ZNS → „Hey, es wird Zeit“. Hier beginnt also die bewusste Wahrnehmung des Stuhldrangs.

Funktion

  • Speicherung
  • Auslösung des Defäkationsreizes
  • Vorbereitung der Entleerung

🧾 Analkanal

Der Analkanal ist das letzte Stück (ca. 3–4 cm) und endet am After. Hier sitzen die beiden Sphinkter:

  • innerer (glatte Muskulatur, unwillkürlich)
  • äußerer (quergestreift, willkürlich)

Das ist quasi dein „Hightech-Verschluss-System“. Hier wird entschieden, ob du gerade aufs Klo gehst… oder noch kurz wartest, weil du im Bus sitzt 😄

Funktion

  • Kontinenz sichern
  • willkürliche Entleerung ermöglichen
  • Feinkontrolle (Gas vs. Stuhl!)

🔥 Mini-Merksatz (prüfungsfähig 😉)

👉 Kolon macht den Stuhl → Rektum merkt ihn → Analkanal regelt ihn

Previous Next