Asthma bronchiale 🌬️

1. Kurzdefinition

Chronisch entzündliche Erkrankung der Atemwege mit variabler, meist reversibler Obstruktion und bronchialer Hyperreagibilität.

2. Ursachen

  • Allergische Trigger (Pollen, Hausstaub)
  • Infekte
  • Kälte
  • Belastung
  • Stress
  • Umweltreize

3. Symptome

  • Anfallsartige Dyspnoe
  • Giemen
  • Trockener Husten
  • Engegefühl im Brustkorb
  • Verlängerte Exspiration

4. Komplikationen

  • Status asthmaticus
  • Respiratorische Erschöpfung
  • Hypoxie

5. Pflegerische Probleme

  • Akute Atemnot
  • Angst / Panik
  • Ineffektive Atmung
  • Wissensdefizit bzgl. Trigger

6. Pflegeziele

  • Anfallsfreiheit
  • Normale Atmung
  • Patient erkennt Trigger
  • Selbstständige Medikamentenanwendung

7. Spezifische pflegerische Maßnahmen

  • Atemerleichternde Positionen
  • Ruhige Begleitung im Anfall
  • Notfallmedikation vorbereiten
  • Peak-Flow-Messung unterstützen
  • Triggervermeidung besprechen

8. Prophylaxen

  • Pneumonieprophylaxe (bei Immobilität)
  • Aspirationsprophylaxe (situativ)
  • Infektionsprophylaxe

9. Edukation

  • Inhalationstechnik trainieren
  • Asthma-Notfallplan erklären
  • Peak-Flow-Tagebuch
  • Allergenvermeidung

10. Evaluation

  • Peak-Flow-Werte stabil?
  • Anfallshäufigkeit reduziert?
  • Notfallspray korrekt genutzt?

11. Interprofessionelle Zusammenarbeit

  • Pneumologie
  • Allergologie
  • Physiotherapie
  • Schulungsprogramme

12. ProblemZielMaßnahme

Problem Akute Atemnot → Pflegeziel: Anfall beendet, Atmung stabil
Maßnahmen:

  • Atemerleichternde Position
  • Notfallspray vorbereiten / reichen
  • Ruhige Begleitung

Problem Angst / Panik → Pflegeziel: Patient bleibt orientiert und ansprechbar
Maßnahmen:

  • Blickkontakt halten
  • Kurz, klar sprechen
  • Atemrhythmus gemeinsam steuern

Problem Wissensdefizit bzgl. Trigger → Pflegeziel: Patient benennt individuelle Trigger
Maßnahmen:

  • Beratungsgespräch
  • Asthma-Tagebuch empfehlen

Problem Unsichere Inhalationstechnik → Pflegeziel: Korrekte Anwendung demonstriert
Maßnahmen:

  • Technik vormachen
  • Patient übt unter Anleitung
  • Rückmeldung geben


rückbildungsfähige Obstruktion der Atemwege

ist eine chronische Atemwegserkrankung
der Begriff bedeutet sinngemäß Beklemmung oder Keuchen Obstruktion = Verengung

Ausgangssituation

vorhanden ist:
eine erhöhte Entzündungsbereitschaft der Atemwege oder eine chronische Entzündung der Atemwege
eine Überempfindlichkeit der Atemwege gegenüber äußeren Reizen
-> die Schleimhaut in den Bronchiolen schwillt an
die glatte Muskulatur der Bronchien verkrampft sich
dadurch verringert sich der Durchmesser - der Atemluftstrom ist behindert
anfallsartige Atemnot (Asthmanfall)

Symptome:
pfeifende Atmung, Husten, Gefühl von Enge in der Brust

man unterscheidet:

  • allergisches Asthma
  • nicht-allergisch es Asthma
  • Mischformen

Vorläufer in der Kindheit:
trockene Haut, Neurodermitis, ->Asthma

Allergisches Asthma

überschießende Abwehrreaktion und eine erhöhte Empfindlichkeit der Bronchien
genetische Disposition
beginnt häufig im Kindes- oder Jugendalter
Allergene:
Pflanzenpollen
Kot der Hausstaubmilbe
Tierhaare oder Schimmelpilzsporen
Mehl- und Holzstaub

nicht-allergisches Asthma

auch intrinsisches Asthma
nicht durch Allergene bedingt ist
beginnt fast immer im Erwachsenenalter - oft erst im vierten Lebensjahrzehnt
häufig nach einer Virusinfektion
Auslöser:
Anstrengung
Atemwegsinfekte
Kälte
psychische Anspannung

Mischform

häufig bei Erwachsenen
Allergene als auch unspezifische Reize wie körperliche Anstrengung, kalte Luft, zigarettenrauch oder Infekte die schwerste Form, schwer zu behandeln, Auslöser überall vorhanden

es gibt verschiedene Asthmagrade:

  • kontrolliert (keine Einschränkungen, nächtliche Anfälle)
  • teilweise kontrolliert
  • unkontrolliert (viel Aufenthalte im Krankenhaus bei /durch Exazerbation)

Unter Exazerbation versteht man die deutliche Verschlimmerung der Symptome einer bereits bestehenden, in der Regel chronischen Erkrankung.

Asthma-Anfall

ist eine akute Situation innerhalb der chronischen Erkrankung
beginnt plötzlich oder allmählich mit Luftnot, einer erschwerten Ausatmung und einem strarken Hustenreiz
akute Atemnot, Todesangst, kalter Schweiß, Erstickungsgefühl
Pat. stützt sich häufig mit den Armen ab, Kutschersitz, Atemhilfsmuskulatur wird eingesetzt
am Ende wird häufig ein glasiger Schleim abgehustet
Gefahr des Status Asthmaticus - ineinander übergehende Anfälle
=> Achtung Todesgefahr!

Behandlung & Pflege

  • den Patienten beruhigen
  • lüften, wenn kein Pollen oder nicht zu kalt
  • entsprechende Körperhaltung einnehmen
  • Anleitung zur Lippenbremse
  • Sympathomimetika als Dosieraresol einsetzen (1-2 Hübe alle 5 min)
  • Arztinfo wenn Notfallspray nicht anschlägt
  • ggf. nach AO 02-Gabe möglich
  • Arzt -> i.v. von Theophyllin, Sympathomimetika oder Glucocorticoide

Theophyllin Heute gilt Theophyllin als Alternativmedikament bei der Behandlung von COPD und Asthma brochiale. Bei akuter Exazerbation einer obstruktiven Lungenerkrankung wird die Gabe von Theophyllin hingegen nicht mehr empfohlen. In der Natur kommte Theophyllin mit anderen Purinalkaloiden wie Koffein und Theobromin u.a. in Guraná, Kakao, Mateblättern und Teeblättern vor.
Sympathomimetika
Während direkte Sympathomimetika die Wirkung eines Neurotransmitters imitieren, wirken indirekte Sympathomimetika als Hemmer des Abbaus des Neurotransmitters im synaptischen Spalt und verstärken und verlängern so die Wirkung des Sympathikus. Sympathomimetika verstärken die Wirkung des Sympathikus, „-mimetika“ heißt: sie machen nach. Also: Sie imitieren die Wirkung des Sympathikus.
Wenn etwas den Sympathikus hemmt, wären das Sympatholytika.
Der Sympathikus gehört zum vegetativen Nervensystem → „Fight or Flight“. Die Reizweiterleitung läuft zweistufig:

  1. Neuron (präganglionär)
    Transmitter: Acetylcholin
  2. Neuron (postganglionär)
    Haupttransmitter: Noradrenalin
    Rezeptor Wirkung α1 Vasokonstriktion → Blutdruck ↑ β1 Herzfrequenz ↑, Kontraktilität ↑ β2 Bronchodilatation

Salbutamol sind selektive β2-Sympathomimetika, Sie wirken also eher wie Adrenalin, aber gezielt nur auf β2.
Unter Vasokonstriktion versteht man die "Zusammenschnürung" bzw. "Verengung" von Blutgefäßen, welche durch die glatte Gefäßmuskulatur verursacht wird.
Als Kontraktilität wird die Fähigkeit von Organen und Geweben bezeichnet, sich zusammenzuziehen
Als Bronchodilatation bezeichnet man die Erweiterung (Dilatation) der Bronchien, die durch eine Entspannung (Relaxation) der glatten Bronchialmuskulatur entsteht.
Das Gegenteil der Bronchodilatation ist die Bronchokonstriktion.

weitere Infos

Es ist nicht so, dass der Körper bewusst denkt „Oh, Infektion – lieber Parasympathikus an“. Es ist eher eine Fehlregulation durch Entzündung und Überempfindlichkeit. Warum ist bei Asthma der Parasympathikus relativ „dominant“? Nicht unbedingt absolut mehr Parasympathikus – sondern die Bronchien reagieren überempfindlich auf parasympathische Reize. Der Parasympathikus: Transmitter: Acetylcholin Rezeptor: M3 Wirkung: Bronchokonstriktion + Schleimsekretion ↑ Und genau das sehen wir bei Asthma bronchiale.

Woher kommt diese Überempfindlichkeit?

Asthma ist primär:
👉 eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Atemwege
Durch die Entzündung passiert:
Schleimhautödem
vermehrte Mastzellen
Eosinophile
Hyperreagibilität der glatten Muskulatur
Das bedeutet:
Schon kleine Reize (Kälte, Staub, Allergene, Stress)

  • → starke vagale Reflexe
  • → Acetylcholin-Ausschüttung
  • → Bronchospasmus

Das ist eher ein Reflexproblem als ein „Infektionsmodus“.

Warum macht der Körper das überhaupt?

Evolutionär betrachtet:
Bronchokonstriktion dient eigentlich dem Schutz:
Reizstoffe draußen halten
Partikel nicht tief einatmen
Schleim produzieren → „auswaschen“
Das Problem beim Asthma:
👉 Dieser Schutzmechanismus ist übertrieben.
Der Körper überreagiert.

Warum helfen Anticholinergika?

Zum Beispiel:
Ipratropiumbromid
Blockiert M3-Rezeptoren →
Acetylcholin kann nicht wirken →
Bronchien relaxieren.
Das bestätigt indirekt:
Der vagale Tonus spielt eine relevante Rolle.

Asthma =
Entzündungsbedingte bronchiale Hyperreagibilität
vagal vermittelte Bronchokonstriktion
β2-vermittelte Gegenregulation zu schwach.

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