Personenzentrierter Ansatz

nach Carl Rogers

Jeder Mensch trägt alles, was er zur Entwicklung braucht bereits in sich, man muss ihm nur helfen, es zu entdecken.

Carl Ransom Rogers (* 8. Januar 1902 in Oak Park, Illinois; † 4. Februar 1987 in La Jolla, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Psychologe und Psychotherapeut, dessen herausragende Leistung in der Entwicklung der Personzentrierten Psychotherapie (auch: Klientenzentrierten Psychotherapie) und dem Ausbau der Humanistischen Psychologie besteht. Der von Rogers geschaffene Personzentrierte Ansatz ist heute unter anderem sowohl fester Bestandteil der Gesprächsführung im Rahmen von Therapiegesprächen, als auch in der generellen Gesprächsführung der alltäglichen pädagogischen Arbeit mit Klienten.

  • Empathie (einfühlendes Verstehen)
  • Kongruenz (Echtheit)
  • bedingungslose Wertschätzung.

Während Watzlawick die Struktur von Kommunikation beschreibt und Schulz von Thun die Bestandteile einer Nachricht analysiert, interessiert Rogers vor allem die Haltung hinter der Kommunikation.

Er veröffentlichte 1951 seinen personenzentrierten Ansatz.
Seine Grundidee:
Menschen entwickeln sich positiv, wenn ihnen eine bestimmte Beziehungsqualität begegnet.

1️⃣ Empathie

Einfühlendes Verstehen.
Nicht nur „Ich verstehe“, sondern wirklich versuchen, die Welt durch die Augen des Gegenübers zu sehen.
nicht wertende Grundhaltung
Rückmeldung geben, welche Erlebnisinhalte verstanden wurden
Interpretation unterlassen

Pflegebeispiel:
Patient: „Ich habe Angst vor der OP.“
Rogers-orientierte Antwort:
„Das klingt so, als würde Sie der Gedanke gerade sehr beschäftigen.“

→ Du spiegelst, statt zu beruhigen oder zu relativieren.

2️⃣ Kongruenz

Echtheit, Authentizität.
Keine Rolle spielen, sondern ehrlich sein.
Wahnehmen eigener Emotionen
Übereinstimmung von verbaler unde nonverbaler Kommunikation
Ehrlichkeit statt Floskeln und Fassade

Beispiel:
„Ich merke, dass mich Ihre Situation auch berührt.“

→ Professionell, aber menschlich.

3️⃣ Bedingungslose Wertschätzung / Akzeptanz

Den Menschen annehmen wie er ist – unabhängig von Verhalten.
ohne Bewertung
bedeutet nicht, jeden mögen zu müssen und
nicht eigenen Haltung aufzudrängen

Beispiel:
Ein fordernder Patient bleibt trotzdem respektvoll angesprochen.
Nicht: „Schon wieder Sie.“
Sondern: „Ich sehe, dass Sie etwas brauchen.“

Gesprächstechniken

baut auf den Grundlagen von Rogers auf
menschen sollen sich im Gespräch verstanden und angenommen fühlen
aktives Zuhören zeigt sich durch:

  • zugewandte und offene Körperhaltung
  • Wertschätzende und nicht wertende Art zu sprechen
  • Berücksichtigung der Patientenperspektive
  • Mit allen 4 Ohren zuhören
  • Wichtige Botschaften auf inhaltlicher und Selbstoffenbarugnsebene wahrnehmen
  • Rückmeldung der wahrgenommenen Gefühle und Bedürfnisse

offenen Fragen stellen

  • geben Raum zum Antworten
  • beginnen mit Wie, was, wo, ...
  • "wie fühlen sie sich heute" statt "warum haben sie Schmerzen"
  • der Patient kann frei sprechen
  • man erfährt mehr über seine Sichtweise

Paraphrasieren
wichtige Gefühle und Gedanken mit eigenen Worten wiederholen
"wenn ich sie richtig verstanden habe, ..." -> Mißverständnisse werden vermierden

Verbalisieren
Gefühle des Gegenübers in Worte fassen, spiegeln
"ich habe den Eindruck, sie sind enttäuscht und traurig darüber"
-> der Patient fühlt sich emotional verstanden

Ich-Botschaften
eigene Gefühle und Beobachtungen mitteilen, ohne den anderen anzugreifen
"sie sind immer ungeduldig" => "ich fühle mich unter Druck wenn ich keine Zeit bekomme meine Arbeit zu machen" -> fördert eine wertschätzende Kommunikation im Team oder mit Angehörigen

Schweigen zulassen
Schweigen einen Moment aushalten
-> der Patient kann sich sammeln oder Gefühle ausdrücken

Zusammenfassen
über einen längeren Zeitraum geäußerte Inhalte oder Gefühle kurz zusammenfassen
-> gibt sicherheit und Orientierung

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