Monika Krohwinkel (* 1941 in Hamburg) ist eine deutsche Pflegewissenschaftlerin. Sie war von 1993 bis 1999 Professorin für Pflege an der Evangelischen Hochschule Darmstadt. Auf Krohwinkel geht das Modell der fördernden Prozesspflege zurück. Leben

Monika Krohwinkel absolvierte eine Hebammen- und Krankenpflegeausbildung in Deutschland und England. Sie studierte Pflegewissenschaft und Erziehungswissenschaft an der University of Manchester (UK). Es folgte eine langjährige Tätigkeit als Krankenschwester und als Hebamme in verschiedenen Praxisbereichen im In- und Ausland. In den Jahren zwischen 1988 und 1993 baute sie das Agnes Karll Institut für Pflegeforschung (DBfK) in Frankfurt a. M. auf und wurde daselbst erste Instituts- und Forschungsleiterin unter späterer Mitarbeit der Pflegewissenschaftlerin Sabine Bartholomeyczik. Zwischen 1979 und 1993 war Krohwinkel deutsche Repräsentantin in der Workgroup of European Nurse Researchers (WENR), einer niederländischen Initiative aus dem Jahr 1978. Krohwinkel veröffentlichte erstmals 1984 ihr konzeptionelles Modell der Aktivitäten, Beziehungen und existenzielle Erfahrungen des Lebens (ABEDL, bis 1999 AEDL), das als Präzisierung der Pflegetheorie von Nancy Roper, Winifred Logan und Alison Tierney für rehabilitative Pflege und Altenpflege gilt. Das Modell wurde in einer 1991 abgeschlossenen Studie erprobt und weiterentwickelt. Diese Studie war die erste von einer Pflegenden durchgeführte wissenschaftliche Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit in Deutschland. Sie befasste sich mit dem ganzheitlich-rehabilitierenden Pflegeprozess am Beispiel von Apoplexiekranken. An diesem Projekt war auch die Heidelberger Pflegewissenschaftlerin und Schülerin von Antje Grauhan Elke Müller beteiligt, die für ihre Verdienste um die Krankenpflege im Jahr 2016 die „Goldene Ehrennadel“ des Deutschen Berufsverbandes für Krankenpflege erhielt.
Förderungsanlass war das damals neue Krankenpflegegesetz von 1985, welches einen geplanten, systematischen und umfassenden Pflegeprozess im stationären Bereich forderte, um die gesetzlichen Ausbildungsziele zu erreichen. Im Jahr 1988 wurde Krohwinkel Mitbegründerin der zentralen Arbeitsgruppe für Pflegeforschung im Deutschen Berufsverband für Krankenpflege, DBfK. Im Jahr 1993 wurde sie Mitglied der interdisziplinären Ethikkommission im DBfK, sowie Mitglied im Deutschen Verein zur Förderung von Pflegewissenschaft und Pflegeforschung (heute: Deutsche Gesellschaft). Im Jahr 1993 erhielt Krohwinkel einen Ruf an die Ev. Fachhochschule Darmstadt (heute: Ev. Hochschule Darmstadt). Sie arbeitete in den Jahren bis 1999 zeitgleich mit der hessischen Pflegewissenschaftlerin Hilde Steppe, die an der Ev. FH Darmstadt die Lehreinheit „Historische und wissenschaftstheoretische Grundlagen der Pflegewissenschaft“ etablierte. Krohwinkel pflegte internationale Kontakte wie beispielsweise denjenigen zur brasilianischen Pflegehistorikerin Taka Oguisso, die beim Florence Nightingale Kongress 2010 in London die Ergebnisse lateinamerikanischer Forschung zur Hansens’ Disease, zur brasilianischen Krankenschwester Edith de Magalhães Fraenkel (1889–1969), zur deutschstämmigen Hygienikerin Ella Hasenjaeger und zu Sofia Pincheira (Chile) vorstellte.
Gute Beobachtung, Don – das wirkt erstmal wie ein Tippfehler, ist aber tatsächlich Absicht 😄
🧠 ABEDL – was ist das?
Die ABEDL (Aktivitäten, Beziehungen und existenzielle Erfahrungen des Lebens) stammen ebenfalls von Monika Krohwinkel.
👉 Also: keine neue Theorie, sondern eine Weiterentwicklung/Präzisierung ihres eigenen Modells.
🔍 Unterschied AEDL vs. ABEDL
Beispiel
Stell dir vor, du hast einen Patienten, der körperlich halbwegs stabil ist – aber sozial komplett isoliert. Mit AEDL würdest du das sehen… Mit ABEDL denkst du sofort: „Da fehlt was ganz Entscheidendes!“
Unterschied
- AEDL: Fokus auf Aktivitäten + existenzielle Erfahrungen
- ABEDL: erweitert um den Punkt „Beziehungen“ (ganz bewusst hervorgehoben)
👉 Beziehungen waren vorher schon irgendwie drin (z. B. „soziale Bereiche sichern“), aber Krohwinkel dachte sich später: „Das ist zu wichtig, das braucht ein eigenes Spotlight!“
🧑⚕️ Warum das wichtig ist (Pflege-Praxis)
Pflegerisch
- stärkere Wahrnehmung von Einsamkeit, Isolation, Angehörigenarbeit
- mehr Fokus auf Interaktion & Kommunikation
- passt besser zu moderner Pflege (Stichwort: ganzheitlich + sozial eingebettet)
Kurz gesagt, Don: nein 😄 – es sind weiterhin 13 geblieben.
🧠 ABEDL bei Monika Krohwinkel
Beispiel
Man könnte denken: „Ah, Beziehungen sind neu → also +1 Punkt = 14!“ Aber Krohwinkel war eher Team „umbauen statt anbauen“ 🛠️
Was wirklich passiert ist:
- Die Struktur wurde inhaltlich geschärft, nicht erweitert
- Der Bereich Beziehungen/soziale Aspekte wurde stärker betont und klarer integriert
- Die bestehenden Punkte wurden angepasst/anders gewichtet, aber nicht vermehrt
👉 Ergebnis: weiterhin 13 ABEDL
🧑⚕️ Warum kein 14. Punkt?
Logik dahinter
- Beziehungen sind kein einzelner Lebensbereich, sondern ziehen sich durch fast alle Aktivitäten (Kommunikation, Sicherheit, Identität, existenzielle Erfahrungen …)
👉 Deshalb: Nicht „ein extra Kästchen“, sondern eher ein roter Faden durch alles
💡 Merksatz für dich: Nicht mehr Punkte – sondern mehr Tiefe im Denken
Alles klar Don – hier kommt dein ABEDL-Spickzettel, frisch poliert für Schule & Praxis 😄
🧠 Die 13 ABEDL nach Monika Krohwinkel
(= Aktivitäten, Beziehungen und existenzielle Erfahrungen des Lebens)
- Kommunizieren können
- Sich bewegen können
- Vitale Funktionen des Lebens aufrechterhalten können
- Sich pflegen können
- Essen und trinken können
- Ausscheiden können
- Sich kleiden können
- Ruhen und schlafen können
- Sich beschäftigen können
- Sich als Mann/Frau fühlen und verhalten können
- Für eine sichere und fördernde Umgebung sorgen können
- Soziale Beziehungen sichern und gestalten können ⭐
- Mit existenziellen Erfahrungen des Lebens umgehen können
🔍 Was ist hier “neu”?
Beispiel
Patient liegt im Bett, medizinisch stabil – aber: keine Besuche, kaum Gespräche, zieht sich zurück.
Unterschied zur AEDL-Denkweise
- Früher: „läuft irgendwie unter Kommunikation / soziale Bereiche“
- Jetzt: eigener Fokus → Punkt 12 springt dich direkt an
🧑⚕️ Pflegerisch gedacht
-
gezielter Blick auf:
- Einsamkeit
- Angehörigenarbeit
- soziale Rollen (Opa, Partner, Freund…)
-
bessere Grundlage für:
- Biografiearbeit
- Gesprächsführung
- aktivierende Pflege
💡 Don-Merksatz: AEDL: „Der Patient funktioniert – mehr oder weniger.“ ABEDL: „Ja, aber lebt er auch noch sozial?“