Vier-Seiten-Modell

Friedemann Schulz von Thun: Die Geheimnisse guter Kommunikation
tolles Interview bei Hotel Matze

Podcast - ca. 23 min

Besser kommunizieren - mit Prof. Dr. Schulz von Thun | Podcast

Friedemann Schulz von Thun (* 6. August 1944 in Soltau) ist ein deutscher Kommunikationspsychologe, thun-01 Professor für Psychologie sowie Gründer des Schulz von Thun-Instituts für Kommunikation in Hamburg.
Leben:
Friedemann Schulz von Thun ist der Sohn von Wilma geborene Külper und Walter Schulz von Thun. Nach eigener Aussage war der Film Friedemann Bach, den seine Mutter gesehen hatte, eine Inspiration für die Namensgebung. Er besuchte die Gelehrtenschule des Johanneums in Hamburg.

Schulz von Thun studierte von 1967 bis 1971 Psychologie (mit Philosophie und Pädagogik) in Hamburg, war als Diplom-Psychologe dann Assistent bei Reinhard Tausch und wurde 1973 mit seiner Dissertation Verständlichkeit bei der Wissens- und Informationsvermittlung zum Doktor der Philosophie (Dr. phil) promoviert. Die Habilitation erlangte er an der Universität Hamburg 1975 durch eine kumulative Habilitation. Im selben Jahr wurde er auf eine Professur für Schulpsychologie an der Universität Hamburg berufen; dort war er bis 2009 tätig.

Ab 1971 hielt er Trainingskurse für Lehrer und Führungskräfte, die anfangs von Leitideen des Verhaltenstrainings und angewandter Gruppendynamik bestimmt waren. Ziel war die „innere Demokratisierung“, das Erlernen eines partnerschaftlichen Miteinanders zwischen verschiedenen Interaktionspartnern.

Durch die Beschäftigung mit Alfred Adlers Individualpsychologie und Ruth Cohns Themenzentrierter Interaktion vertiefte er das Verständnis für zwischenmenschliche Vorgänge. Aus der Integration von individualpsychologischen, humanistischen und systemischen Richtungen und seinen Kurserfahrungen entstand in den 1970ern das Modell des Kommunikationsquadrats, das er 1981 im Buch Miteinander reden, Störungen und Klärungen vorstellte.

Kommunikationsmodell nach Schulz von Thun

Die vier Seiten einer Nachricht
Jeder Sender verschickt eine Nachricht mit den 4 Seiten gleichzeitig an den Empfänger

  • Sachinhalt (worüber ich informiere, Daten, Fakten, Informationen)
  • Beziehungsseite (was ich von dir halte und wie ich zu dir stehe, Wertschätzung, Respekt, Abwertung, Nähe, Distanz)
  • Selbsoffenbarungsseite (Selbstkundgabe, was ich von mir zu erkennen gebe)
  • Appellseite (Was ich erreichen möchte, Aufforderung, Wunsch, Handlungsimpuls)

Und jetzt kommt das Entscheidende:
Der Empfänger hat ebenfalls vier „Ohren“:
Sachohr: wie ist der Sachverhalt zu verstehen
Selbstoffenbarungs-Ohr: was ist mit ihm? Beziehungsohr: wie redet er eigentlich mit mir?
Appellohr: was soll ich tun, denkne, fühlen aufgrund seiner Mitteilung
-> Konflikte entstehen, wenn jemand mit dem „falschen Ohr“ hört.

Wie hängen Watzlawick und Schulz von Thun zusammen?

1️⃣ Watzlawick: Inhalts- und Beziehungsaspekt
Er sagt:
Jede Kommunikation hat einen Inhaltsaspekt und
einen Beziehungsaspekt, der den Inhalt bestimmt
Das heißt: Die Beziehung beeinflusst, wie der Inhalt verstanden wird.

2️⃣ Schulz von Thun: Vier Seiten einer Nachricht
Er differenziert das noch feiner:
Sachinhalt
Selbstoffenbarung
Beziehung
Appell

Man könnte sagen: 👉 Schulz von Thun baut Watzlawicks Idee weiter aus.
Watzlawick unterscheidet zwei Ebenen.
Schulz von Thun zeigt, was alles gleichzeitig mitschwingt.

🏥 Pflegebeispiel zum Verbinden

Du sagst: „Sie haben Ihre Infusion abgeknickt.“

Nach Schulz von Thun:

Sachlich: Die Leitung ist geknickt.

Selbstoffenbarung: Ich habe das bemerkt.

Beziehung: Ich traue Ihnen vielleicht nicht ganz zu, das richtig zu handhaben.

Appell: Achten Sie bitte darauf.

Nach Watzlawick:

Entscheidend ist, wie der Patient eure Beziehung gerade erlebt. Fühlt er sich respektiert? Oder belehrt?

Wenn die Beziehungsebene gestört ist, hört er: „Sie machen schon wieder alles falsch.“

🧠 Kurz zusammengefasst, Don:

Watzlawick erklärt die Grundstruktur und Dynamik.

Schulz von Thun macht die innere Zusammensetzung einer Nachricht sichtbar.

Watzlawick = Meta-Ebene. Schulz von Thun = Detailanalyse.

Und in der Pflege brauchst du eigentlich beide Brillen gleichzeitig 😏

Wenn du möchtest, machen wir das noch als kleine prüfungstaugliche Zusammenfassung in 5–6 Sätzen.

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