PESR

Beispiel 1 – Dyspnoe bei COPD

P (Problem) Beeinträchtigte Atmung / Dyspnoe

E (Einflussfaktoren / Ursachen)

  • chronisch verengte Atemwege bei Chronic Obstructive Pulmonary Disease
  • Schleimansammlung
  • geringe körperliche Belastbarkeit

S (Symptome)

  • Atemnot bei leichter Belastung
  • verlängerte Ausatmung
  • Einsatz der Atemhilfsmuskulatur
  • Patient spricht nur in kurzen Sätzen

R (Ressourcen)

  • Patient kann Lippenbremse durchführen
  • kooperativ und ansprechbar
  • kann Oberkörper selbstständig aufrichten

Beispiel 2 – Ineffektiver Husten bei Pneumonie

P Unzureichende Sekretmobilisation

E

  • Entzündliche Sekretbildung bei Pneumonia
  • Schmerzen beim tiefen Einatmen
  • geschwächter Allgemeinzustand

S

  • produktiver Husten
  • rasselnde Atemgeräusche
  • zäher Auswurf
  • erhöhte Atemfrequenz

R

  • Patient kann husten
  • nimmt ausreichend Flüssigkeit zu sich
  • versteht Anleitungen zur Atemtherapie

Beispiel 3 – Eingeschränkte Ventilation bei Bettlägerigkeit

P Gefahr einer verminderten Lungenbelüftung

E

  • längere Immobilität nach Operation
  • flache Atmung durch Schmerzen
  • reduzierte Bewegung des Thorax

S

  • flache Atmung
  • verminderte Atemtiefe
  • schnelle Ermüdung beim Aufsetzen

R

  • Patient kann im Bett mobilisiert werden
  • motiviert zur Mitarbeit
  • kann Atemübungen durchführen

Beispiel 4 – Zyanose bei schwerer Atemstörung

P Beeinträchtigter Gasaustausch

E

  • schwere Atemwegserkrankung
  • verminderte Sauerstoffaufnahme
  • Schleimverlegung der Bronchien

S

  • bläuliche Lippen und Fingernägel (Zyanose)
  • Unruhe
  • Tachypnoe
  • niedrige Sauerstoffsättigung

R

  • Patient ist wach und orientiert
  • kann Atemtechniken nach Anleitung durchführen
  • Sauerstofftherapie möglich

Beispiel 5 – Angst bei Atemnot

P Angst im Zusammenhang mit Atemnot

E

  • wiederkehrende Atemnotanfälle bei Asthma bronchiale
  • Gefühl des Kontrollverlusts
  • frühere schwere Anfälle

S

  • Unruhe
  • beschleunigte Atmung
  • Patient äußert Angst zu ersticken
  • klammert sich an Pflegepersonal

R

  • kennt sein Notfallspray
  • kann Atemtechniken erlernen
  • spricht offen über seine Beschwerden

💡 Mini-Tipp aus der Pflegepraxis, Don: Bei Atemproblemen lohnt es sich fast immer, bei den Ressourcen Dinge wie diese zu suchen:

  • Patient kann Lippenbremse
  • Patient kann aufrecht sitzen
  • Patient ist kooperativ
  • Patient kann Sekret abhusten

Das macht später die Maßnahmenplanung viel einfacher.


Sehr gerne, Don 😄 Hier kommen drei PESR-Formulierungen, wie sie Lehrer und Praxisanleiter meist lieben – klar, logisch und direkt pflegeplanungsfähig.


1 – Beeinträchtigte Atmung bei COPD

P (Problem) Beeinträchtigte Atmung mit Dyspnoe

E (Einflussfaktoren) verengte Atemwege und Sekretbildung bei Chronic Obstructive Pulmonary Disease

S (Symptome)

  • Atemnot bei geringer Belastung
  • verlängerte Exspiration
  • Einsatz der Atemhilfsmuskulatur
  • Atemfrequenz erhöht

R (Ressourcen)

  • Patient kennt die Lippenbremse
  • kann Oberkörper selbstständig hochlagern
  • kooperativ bei Atemübungen

👉 Klassische Maßnahme danach: Oberkörperhochlagerung, Lippenbremse, Atemübungen, Sekretmobilisation.


2 – Ineffektive Atemwegsreinigung bei Pneumonie

P Beeinträchtigte Atemwegsreinigung

E vermehrte Sekretbildung durch Entzündung bei Pneumonia

S

  • produktiver Husten
  • zäher Auswurf
  • rasselnde Atemgeräusche
  • erhöhte Atemfrequenz

R

  • Patient kann aktiv husten
  • nimmt Flüssigkeit oral auf
  • versteht Anleitung zur Atemtherapie

👉 Typische Maßnahmen: Inhalation, Atemübungen, Flüssigkeitszufuhr fördern, Mobilisation.


3 – Angst bei Atemnot bei Asthma

P Angst im Zusammenhang mit Atemnot

E wiederkehrende Atemnotanfälle bei Asthma bronchiale

S

  • Unruhe
  • beschleunigte Atmung
  • Patient äußert Angst zu ersticken
  • klammert sich an Pflegepersonal

R

  • Patient kennt sein Notfallspray
  • ansprechbar und orientiert
  • kann Atemanleitungen befolgen

👉 Maßnahmen: Ruhe vermitteln, Atemtechniken anleiten, Inhalation vorbereiten, Notfallspray bereitstellen.


💡 Kleiner Pflege-Hack, Don: Viele gute PESR-Sätze folgen fast immer diesem Muster:

Problem aufgrund von Ursache, erkennbar an Symptomen, bei vorhandenen Ressourcen

Zum Beispiel: „Beeinträchtigte Atmung aufgrund von Bronchialobstruktion erkennbar an Dyspnoe und Einsatz der Atemhilfsmuskulatur bei vorhandener Ressource, dass der Patient Atemtechniken anwenden kann.“

Damit klingst du in Pflegeplanung ungefähr so souverän wie ein Oberarzt beim Visiten-Poker. 😄


Don, gute Frage – da trennen sich Schulrealität und Stationsrealität ein kleines bisschen 😄 PESR ist vor allem ein Denkwerkzeug, damit Pflegeprobleme sauber formuliert werden.

Ich erklär dir kurz, wo es im Pflegeprozess wirklich sitzt.


Der Pflegeprozess (vereinfacht)

  1. Informationssammlung
  2. Probleme & Ressourcen erkennen
  3. Pflegeziele festlegen
  4. Maßnahmen planen
  5. Durchführung
  6. Evaluation

Und jetzt kommt PESR ins Spiel.


Rolle von PESR

PESR gehört zur Phase: Probleme erkennen und formulieren.

Also nach der Informationssammlung.

Erst sammelst du Daten:

  • Atemfrequenz
  • Atemgeräusche
  • Dyspnoe
  • Husten / Auswurf
  • O₂-Sättigung
  • Belastbarkeit

Dann formulierst du daraus das Pflegeproblem mit PESR.

Beispiel:

Informationssammlung:

  • Atemfrequenz 26/min
  • rasselnde Atemgeräusche
  • produktiver Husten
  • Fieber
  • Diagnose: Pneumonia

➡ daraus entsteht die PESR-Formulierung

Problem: Beeinträchtigte Atemwegsreinigung

Ursache: vermehrte Sekretbildung durch Pneumonie

Symptome: Husten, rasselnde Atemgeräusche, erhöhte AF

Ressourcen: Patient kann aktiv abhusten


In der Praxis (ehrlich gesagt)

Viele Kliniken schreiben kein PESR mehr komplett aus.

Man findet eher:

  • Pflegediagnosen (oft aus der NANDA International-Liste)
  • kurze Problembeschreibungen
  • Maßnahmenlisten

Aber: Pflegekräfte denken trotzdem in PESR, auch wenn sie es nicht komplett hinschreiben.

Warum?

Weil man automatisch fragt:

  • Was ist das Problem?
  • Warum hat der Patient das?
  • Woran sehe ich das?
  • Was kann der Patient noch selbst?

Und zack – schon bist du mitten in PESR.


Klausur-Merksatz (prüfungsfest)

PESR dient der systematischen Formulierung von Pflegeproblemen im Pflegeprozess und bildet die Grundlage für Pflegeziele und Maßnahmenplanung.


Mini-Prüfungsfalle (die Lehrer lieben)

Viele Schüler schreiben bei E (Ursache) einfach:

„Patient hat COPD“

Sauberer wäre:

Bronchialobstruktion und Sekretbildung bei Chronic Obstructive Pulmonary Disease

Also Pflege-relevante Ursache, nicht nur Diagnose.


Don, schnall dich an – das sind die „üblichen Verdächtigen“ bei Atemwegserkrankungen. Wenn in einer Klausur jemand hustet, keucht oder rasselt, sind diese Pflegeprobleme meistens nicht weit 😄 Die lassen sich perfekt in PESR und Pflegeplanung verwandeln.


Die 6 häufigsten Pflegeprobleme bei Atemwegserkrankungen


1 – Beeinträchtigte Atmung / Dyspnoe

ca. 100 Worte Erklärung Hier ist die Atmung erschwert, meist durch verengte Atemwege, Sekret oder verminderte Lungenfunktion. Patienten beschreiben häufig Luftnot, besonders bei Belastung. Man sieht oft eine erhöhte Atemfrequenz, Einsatz der Atemhilfsmuskulatur oder eine Schonhaltung mit aufgestütztem Oberkörper. Typisch bei Erkrankungen wie Chronic Obstructive Pulmonary Disease oder Asthma bronchiale. Das Hauptziel der Pflege ist es, die Atmung zu erleichtern, Sauerstoffversorgung zu verbessern und Angst durch Atemnot zu reduzieren.

Ursachen

  • Bronchialverengung
  • Schleim in den Atemwegen
  • Entzündungen
  • reduzierte Lungenfunktion

Pflegerisch

  • Oberkörperhochlagerung
  • Lippenbremse anleiten
  • Atemerleichternde Positionen
  • Atemfrequenz und SpO₂ überwachen
  • ruhige Umgebung schaffen

2 – Ineffektive Atemwegsreinigung

ca. 100 Worte Erklärung Hier kann der Patient Sekret nicht ausreichend abhusten. Schleim bleibt in den Bronchien und behindert den Luftstrom. Dadurch steigt auch das Risiko für weitere Infektionen oder Atelektasen. Typisch bei Erkrankungen wie Pneumonia oder chronischer Bronchitis. Man hört oft Rasselgeräusche, und der Patient hustet viel, aber wenig effektiv. Die Pflege versucht vor allem, Sekret zu mobilisieren, damit es abgehustet werden kann.

Ursachen

  • vermehrte Schleimbildung
  • schwacher Hustenstoß
  • Schmerzen beim Husten
  • Flüssigkeitsmangel

Pflegerisch

  • Inhalation
  • Atemtherapie
  • Flüssigkeitszufuhr fördern
  • Mobilisation
  • Hustentechniken anleiten

3 – Beeinträchtigter Gasaustausch

ca. 100 Worte Erklärung Hier gelangt zu wenig Sauerstoff ins Blut oder zu viel CO₂ bleibt im Körper. Das Problem liegt meist auf Ebene der Alveolen. Man erkennt es häufig an niedriger Sauerstoffsättigung, Zyanose oder starker Atemnot. Ursachen sind z.B. entzündete oder mit Flüssigkeit gefüllte Lungenbereiche, wie bei Pneumonia oder schweren COPD-Stadien. Die Pflege hat hier eine wichtige Rolle bei Überwachung und Unterstützung der Atmung.

Ursachen

  • gestörte Diffusion in den Alveolen
  • Flüssigkeit oder Sekret in der Lunge
  • verminderte Belüftung

Pflegerisch

  • Sauerstoffgabe nach Anordnung
  • Atemüberwachung
  • Oberkörperhochlagerung
  • Atemübungen
  • Vitalzeichenkontrolle

4 – Gefahr einer Pneumonie

ca. 100 Worte Erklärung Dieses Problem tritt vor allem bei immobilen oder geschwächten Patienten auf. Durch flache Atmung und mangelnde Bewegung werden Teile der Lunge schlechter belüftet. Sekret sammelt sich und Bakterien können sich leichter vermehren. Daraus kann eine Pneumonia entstehen. Deshalb ist die Pneumonieprophylaxe eine der klassischen pflegerischen Aufgaben.

Ursachen

  • Immobilität
  • flache Atmung
  • postoperative Schmerzen
  • geschwächter Hustenreflex

Pflegerisch

  • frühe Mobilisation
  • Atemübungen
  • tiefes Durchatmen fördern
  • Lagewechsel
  • ausreichende Flüssigkeit

5 – Angst bei Atemnot

ca. 100 Worte Erklärung Atemnot löst fast immer Angst oder sogar Panik aus. Das ist physiologisch sinnvoll – der Körper reagiert auf Sauerstoffmangel. Leider verstärkt Angst die Atemnot oft noch mehr. Patienten atmen schneller und flacher, wodurch sich die Situation verschlechtern kann. Häufig bei Erkrankungen wie Asthma bronchiale oder schweren COPD-Exazerbationen. Pflegekräfte spielen hier eine große Rolle bei Beruhigung und Anleitung zur kontrollierten Atmung.

Ursachen

  • Gefühl des Luftmangels
  • frühere schwere Atemnotanfälle
  • Kontrollverlust

Pflegerisch

  • ruhige Kommunikation
  • Atemtechniken anleiten
  • bei Patienten bleiben
  • Sicherheit vermitteln

6 – Eingeschränkte körperliche Belastbarkeit

ca. 100 Worte Erklärung Viele Patienten mit Atemwegserkrankungen sind schnell erschöpft. Selbst kleine Tätigkeiten wie Anziehen oder Gehen können Atemnot auslösen. Ursache ist meist eine eingeschränkte Sauerstoffversorgung oder reduzierte Lungenfunktion, wie bei Chronic Obstructive Pulmonary Disease. Die Pflege unterstützt den Patienten dabei, Kräfte sinnvoll einzuteilen und trotzdem Bewegung zu erhalten.

Ursachen

  • reduzierte Sauerstoffaufnahme
  • Muskelschwäche
  • schnelle Ermüdung

Pflegerisch

  • Aktivitäten planen
  • Pausen ermöglichen
  • Mobilisation unterstützen
  • Atemtechniken während Belastung anwenden

💡 Don, kleiner Klausur-Insider: Wenn eine Aufgabe zu Atemwegserkrankungen kommt, tauchen fast immer diese drei Probleme auf:

  1. Beeinträchtigte Atmung / Dyspnoe
  2. Ineffektive Atemwegsreinigung
  3. Gefahr einer Pneumonie

Wenn du nur diese drei sicher kannst, bist du in vielen Pflegeklausuren schon halb durch die Tür.


Previous Next